Biergarten vor der Drostei

Unnötige Herausforderung oder Bereicherung?

Pressemitteilung zum „Pinneberger Biergarten“ vor der Drostei - 6.8.2020

Ein Biergarten mitten in Pinneberg? Eine wunderbare Bereicherung für die Pinneberger Innenstadt – in normalen Zeiten! Leider müssen wir feststellen: Offensichtlich fehlt der Bürgermeisterin in Pandemiezeiten jegliches Fingerspitzengefühl im Umgang mit der Pinneberger Gastronomie. Grundsätzlich begrüßen wir unternehmerische Initiative zur Belebung unserer Innenstadt, doch in diesem Fall befremdet uns das Vorgehen aus mehreren Gründen.

1. Um die Pinneberger Gastronomie zu unterstützen, beschloss die Politik in diesem Jahr auf die Sondernutzungsgebühren für die Außengastronomie zu verzichten um die erheblichen Einkommensverluste der Pinneberger Betriebe ein wenig abzufedern.

Die Bürgermeisterin hat nun das Glanzstück vollbracht, der örtlichen Gastronomie eine unnötige Konkurrenz zu bescheren, die in den wichtigen Sommerwochen Umsätze abgreift und dann wieder aus Pinneberg verschwindet, während die örtliche Gastronomie auch in den Wintermonaten für ihre Gäste da sein wird und weiterhin ums Überleben kämpfen muss.

2. Ein Biergarten ist immer ein unnötiges Infektionsrisiko. Es ist richtig die lokale Gastronomie unter Hygieneauflagen wieder zu öffnen oder auch den – unter großen ehrenamtlichen Einsatz organisierte – Summerjazz stattfinden zu lassen. Aber ohne Not zusätzliche Menschenansammlungen in die Pinneberger Innenstadt zu locken ist grob fahrlässig und völlig unnötig.

3. Erstaunlich finden wir, dass die Stadtwerke Pinneberg den Biergarten und damit ein privatwirtschaftliches Unternehmen finanziell unterstützten. Wir schätzen die Stadtwerke für ihre umfangreiche Unterstützung von vielen ehrenamtlich organisierten Veranstaltungen. Wir haben aber kein Verständnisfür eine Spende an ein Hamburger Unternehmen, während Pinneberger Betriebe ums Überleben kämpfen.

4. Befremdlich empfinden wir auch eine extra in der Drostei einberufene „Pressekonferenz“ zur Bekanntgabe eines vierwöchigen Bierausschankes eines Hamburger Unternehmers.

Wir freuen uns auf das Ende der Pandemie und darauf, uns nicht mehr über Biergärten streiten zu müssen!

Für die SPD-Fraktion Pinneberg

Angela Traboldt

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